Clean Eating, meine Erfahrungen nach 2 Jahren

Seit mehr als 2 Jahren ernähre ich mich nach den Grundprinzipien des Clean Eatings. Nicht dass ich mich vorher sehr ungesund ernährt hätte, aber ich fühlte mich immer müde, energielos und auch zu dick, immer! Auch in wirklich sehr schlanken Zeiten! Trotz relativ gesunder Ernährung! Es sollten immer 2-3 Kilo weniger sein. Hatte ich mich einmal runter gehungert auf 60 Kilo, wollte ich unbedingt 58 Kilo. Das wäre so meine magische Grenze gewesen. Dieses Gewicht hätte ich nie halten können!

Daraus folgte natürlich eine ständige Unzufriedenheit. Die in mir wohl auch enormen Stress ausgelöst hat. Und die mir viel Energie geraubt hat.

Auf eine möglichst natürliche Ernährung habe ich immer schon geachtet. Selbst zu kochen ist für mich ganz normal. Es gehört zu meinem Alltag dazu. Ich bin in einem Haushalt aufgewachsen, in dem immer selbst gekocht wurde.

Fertigprodukte waren nie ein Thema für mich. Auch für Fastfood, wie MC Donalds oder dergleichen konnte ich mich nie wirklich begeistern. Klar, hab ich auch das hin und wieder probiert, aber es hätte mir nie eine selbst gekochte Mahlzeit ersetzt.

Auch Vollwertkost hat mich schon immer angesprochen. Durch meine Ausbildung im Reformhaus bin ich ja relativ früh mit dieser Ernährungsform in Berührung gekommen. Das Öko-Image der Vollwertküche hat mir überdies nie etwas ausgemacht, im Gegenteil: Ich fand es für mich normal, ein wenig anders zu sein.

Die Kilos gingen dennoch rauf und runter. Bei einem absoluten Höchstgewicht von 84 Kilo, bin ich allerdings stehen geblieben.

Die Auswahl meiner Lebensmittel stand trotzdem immer schon unter dem Gesichtspunkt: Möglichst biologisch angebaut, frei von Zusatzstoffen, chemischen Hilfsmitteln und mit „gesunden“ Zuckeralternativen.

Auf Weizen und Kuhmilchprodukte verzichte ich seit einer Ausschlussdiät (hier habe ich darüber berichtet) wegen des hohen Allergiepotentials nahezu gänzlich. Jedoch bleibt der Genuss dieser Lebensmittel mittlerweile ohne allergische Symptome. Daher verwende ich in geringem Maße Parmesan oder Fetakäse, Ziegenkäse und auch griechischen Joghurt und Butter.

Allerdings versuche ich heute aus allgemeinen gesundheitlichen Gründen und auch aus ethischen Gründen, den Konsum tierischer Produkte UND Weizen zu vermeiden, bzw. stark einzuschränken.

Es ist mir nicht immer möglich, da mein Umfeld meine Einstellung nicht immer teilt. Ich strebe jedoch einen entspannten Umgang mit meiner Ernährung an, und toleriere jeden, der nicht gleichgesinnt ist. Im Großen und Ganzen respektieren viele meiner Freunde und Verwandte meine Einstellung, aber den meisten fällt es selbst schwer, auf gewisse Dinge zu verzichten. Ich denke, jeder sollte in seinem Rahmen das tun, was er tun kann. Jede Mahlzeit, bei der auf totes Tier verzichtet wird, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Jeder sollte sich seiner Konsumgüter bewusst sein. Das finde ich wichtig! Mit Dogmatismus kommen wir in Sachen Ernährung nicht weit!

Nun ja, ich bin ein wenig vom Thema abgedriftet. Eigentlich wollte ich dir doch erzählen, wie ich zum Clean Eating gekommen bin und was es mit mir gemacht hat.

Clean Eating ist keine Diät, es ist eine natürliche Ernährungsform

Ich hatte irgendwann mein Höchstgewicht von 84 Kilo erreicht und befand mich wieder einmal auf dem Weg nach unten. In den Jahren zuvor hatte ich doch alles ausprobiert: Lowcarb, Nocarb (denn das ist schnell passiert), FdH, South Beach, Atkinson, Schlank im Schlaf, …… alles, was so auf dem Markt war. Es funktioniert ja auch alles für eine gewisse Zeit. Aber halt nur für eine gewisse Zeit. Ohne Kohlenhydrate dauerhaft zu leben, macht mich müde, energielos und hungrig. Außerdem war ich es leid, mich ewig nur über mein Gewicht zu definieren. Und genau das ist doch der springende Punkt!!!

Keiner definiert mich nur über mein Gewicht! Das tue nur ich!!! Nie würde ich eine Freundin nicht mehr schön finden oder sogar nicht mehr mögen, nur weil sie ein Paar Kilos zu viel hat.
So lange alles noch im Rahmen bleibt, sind ein paar Kilo mehr noch nichtmal ein Problem für die Gesundheit.

Anders sieht das natürlich aus, wenn Krankheiten auftreten in Folge der Ernährung oder des Körpergewichtes. Aber davon reden wir hier ja nicht. Nein, die breite Masse hat doch lediglich ein Problem mit der Selbstwahrnehmung!! Welches durch die Medien und zum Teil durch das Umfeld noch verstärkt wird.

Ich war es irgendwann leid und habe mich mit meinem Gewicht abgefunden, oder sagen wir es lieber so: Ich habe mein Gewicht nicht mehr als Maßstab für ein gutes Körpergefühl genommen.
Sportlich wieder aktiver zu sein, mich fitter zu fühlen und mehr Energie zu haben, das war doch der eigentliche Knackpunkt. Das war mir viel wichtiger!

Ich habe ganz einfach nur meinen Fokus verändert! Vorher fühlte ich mich ständig müde, …träge, hatte jeden Mittag ein heftiges Tief. Nach dem Sport ging es mir nicht besser, eher fühlte ich mich noch müder.

Mit Clean Eating wurde ich wieder fit und leistungsfähig

Irgendwo habe ich dann gelesen, dass Kokosöl schnelle Energie bringen soll. Mit einem Teelöffel davon, morgens in meinem Kaffee, fühlte ich mich auch direkt besser. Kokoswasser fand den Weg in meine Küche dann kurz darauf (ich gebe zu, das muss man öfter probieren, bis es schmeckt, und auch die richtigen Sorten kennen). Es folgten Chiasamen und Grüne Smoothies.

Ich fing an, öfter kleinere Mahlzeiten zu mir zu nehmen (statt vorher 2 Große) und die richtigen Getreidesorten wieder konsequenter zu benutzen. Sprich: Vollwertiges Getreide, Pseudogetreide wie Quinoa, Hirse und Amaranth. Ergebnis: ich fühle mich so fit, wie nie zuvor! Mittagstief kenne ich kaum noch und mein Schlaf hat sich enorm verbessert. Verdauungsprobleme sind auch verschwunden. Ich bin stressresistent, wie nie zuvor! Ich fühle mich ernährt. Denn das ist ja letztlich das, wofür wir essen.

Dabei bin ich Schritt für Schritt vorgegangen, meine Ernährung zu verändern. Nur so konnte ich dieses dauerhafte Ergebnis erzielen. Das liegt allerdings ganz bei jedem Einzelnen. Manche Menschen oder manche Lebenssituationen erfordern eine knallharte Strategie, von jetzt auf gleich.
Einfacher gestaltet sich ein solch komplexer Prozess, wenn man es mit ein wenig entspannter Gelassenheit angeht. Für mich war die schrittweise Veränderung der richtige Weg.

Außerdem hat sich meine Einstellung komplett verändert. Ich bin wesentlich gelassener mit allem, was um mich herum so passiert. Ich setze mir auch keinen unnötigen Zwang mehr auf. Was die Ernährung betrifft, halte ich es ganz genau so. Bin ich bei Freunden eingeladen, esse ich dort, was es halt gibt. Genau so auch im Urlaub. Dann freue ich mich aber auch wieder auf mein Essen zu Hause.

Mit Clean Eating habe ich so viele neue Rezepte entdeckt und selbst kreiert, auf die ich nicht mehr verzichten möchte.

Die Entspannung, die ich in mein Leben gebracht habe, sorgt nun auch dafür, dass ich mir bei allem was ich tue, immer überlege: Kannst du das ein Leben lang oder auch nur für die nächsten Jahre so beibehalten? Das soll nicht heißen, das ich nichts mehr verändere oder nicht auch Zeiten habe, in denen ich mehr Sport treibe oder mich wieder „cleaner“ ernähre. Es heißt lediglich, dass ich friedlicher mit mir umgehe, eben entspannter. Ich ernähre mich gesund, so gut es geht. Ich treibe Sport, wie schon immer. Und wenn ich mal keine Lust dazu habe, dann bleib ich zu Hause und sehe es nicht als Versagen an. So nach dem Motto: Jetzt bringt es eh nichts mehr, dann kann ich es auch gleich ganz sein lassen. Nein, dann habe ich halt auch mal einen Tag keine Lust, am anderen Tag geht es wieder besser.

 

Ach ja, bevor ich es vergesse: so ganz nebenbei habe ich innerhalb von 8 Monaten 12 Kilo abgenommen! Und achte nicht mehr auf mein Gewicht!

 

Herzliche „Cleane“ Grüße
Silke

 

Ps: Und wenn auch du Lust hast, deine Ernährung wieder ein wenig in Form zu bringen, dann nutze mit uns die Fastenzeit. Mehr über unser Angebot erfährst du hier.

Ähnliche Beiträge

keine Kommentare

Leave a Reply

%d Bloggern gefällt das: