Fermentation, der Wasserkefir

Der Wasserkefir ist ein Leckeres Getränk, welches durch Fermentation in der eigenen Küche entstehen kann. Die Fermentation ist eine uralte Methode der Haltbarmachung. Wenn nicht sogar die älteste überhaupt.

Bei der Fermentation werden Prozesse in Gang gesetzt, bei denen gesundheitsfördernde Stoffe entstehen. Und dafür braucht es meist nicht viel. Manchmal reicht schon etwas Salz, und ein anderes Mal braucht man eine Starter-Kultur. Manche Bakterien brauchen Sauerstoff, andere eher nicht. Und genau so sieht es in deinem Darm aus. Es gibt dort aerobe Bakterienstämme, genauso wie anaerobe. Und wenn die Darmflora in einem ausgewogenen Verhältnis mit guten Darmbakterien besiedelt ist, dann haben weder Pilze, noch schädigende Bakterien Platz, um sich dort anzusiedeln. Daher ist es besonders wichtig, die Darmflora gut zu füttern.

Und fermentierte Getränke oder Gemüse leisten hierzu einen hohen Beitrag.

 

Die verschiedenen fermentierten Nahrungsmittel

 

Du kennst sicher die besonders positiven Eigenschaften der Milchsäuregärung bei Sauerkraut oder Apfel-Essig, oder auch bei Joghurt und Kefir. Auch Wein, Met, Bier, Sojasoße, Essig jeder Art, Gurken, Oliven und sogar Schinken und Käse sind fermentierte Produkte.

 

Sauerkraut

Sauerkraut

Joghurt

Joghurt

Apfelessig

Apfelessig

 

 

 

 

 

Andere Kulturen nutzen die Art der Haltbarmachung immer noch in starkem Maße. Man denke nur an Kimchi, dieser leckere eingelegte (fermentierte!) Kohl, den man in asiatischen Ländern zu fast jeder Mahlzeit gereicht bekommt. Oder an Miso (die Grundlage der japanischen Miso-Suppe) und japanische Sojasoßen, besonders Tamari oder auch Shoyu sind hier zu nennen. Tamari ist eine weizenfreie Sojasoße, die wenn sie auf natürliche Weise fermentiert wird, ganz hervorragende antioxidative und probiotische Eigenschaften besitzt. Auch Shoyu wird, wenn sie traditionell hergestellt wird, zu einem sehr gesunden Würzmittel. Hier kann ich dir die Produkte der Firma Arche nur empfehlen, die es in den meisten Bioläden zu kaufen gibt. Aber sicher sind auch andere Bio-Produkte empfehlenswert.

 

Leider wird heute in der Industrie im Schnellverfahren mit chemischen Hilfsmitteln fermentiert, und dass hierbei keine guten Enzyme und Bakterien entstehen ist sicher selbstredend.
Und diese Verfahren werden nicht nur bei Soja-Produkten angewandt, nein auch bei heimischen Produkten, wie Sauerkraut oder Essig wird mit Chemie nachgeholfen.

 

Echte, natürliche Fermentation braucht Zeit, und die gibt es in der Großindustrie nicht wirklich.
Das tolle am Fermentieren ist aber, dass du es zu Hause in deiner Küche oder deinem Keller selbst tun kannst. Und es ist wirklich so wunderbar, was dabei herauskommt.

 

Wasserkefir.

 

Die Fermantation ist ein lebendiger Prozess, der richtig Spaß macht. Du kannst zusehen, was in deinen Gläsern passiert. Du siehst zwar die vielen tollen Bakterien nicht, die hier so wertvolle Arbeit leisten und sich dabei vermehren, aber du kannst die Ergebnisse bewundern und in deinem Darm wirken lassen.

 

Probiotika in fermentierten Lebensmitteln

 

Die Fermentation ist eine Art Vorverdauung, bei der gesunde Bakterienstämme die Nahrung so vorverdauen, dass erstens eine bessere Nährstoff-Verfügbarkeit entsteht, und zweitens für eine bessere Verdaubarkeit gesorgt wird.
Milchsäure-Bakterien, die natürlicher Weise auf Obst und Gemüse sitzen, wandeln die Kohlenhydrate während des Fermentationsprozesses um in gesunde Milchsäure.
Diese hat, wie du sicher vom Sauerkraut oder vom Joghurt weißt, einen ganz positiven Effekt auf unsere Darmflora.
Diese Probiotika sind Nahrung für unsere positiven Darmbakterien und sorgen so für ein gutes Milieu in unserem Darm, damit krankmachende Organismen keinen Platz finden, sich dort auszubreiten. Und:

 

Ist der Darm gesund, ist es auch der Mensch

 

Bei der Fermentation entstehen aber auch noch andere wertvolle Stoffe, wie Enzyme und verschiedene Essigsäuren. Man weiß noch gar nicht ganz genau, was dort alles so gut auf unsere Gesundheit wirkt.
Ich denke, es liegt halt auch daran, dass fermentierte Lebensmittel lebende Nahrung darstellen, die in ihrer Ganzheit wirken.

 

Manche Fermentationen wirken sogar besonders gut in Zusammenarbeit mit anderen Bakterienkulturen, zum Beispiel scheint der Wasserkefir sehr gut mit dem Kombucha zu harmonieren.

 

Meine Pilz-Sammlung

 

Ich experimentiere momentan mit den Kefirpilzen und Kombucha und anderen Lebensmitteln, aus denen man Getränke herstellen kann. Sauerkraut und Joghurt stelle ich auch manchmal selbst her, und in Zukunft werde ich mich noch mehr mit diesen Prozessen beschäftigen, da ich es so fantastisch finde, zuzusehen, wie etwas so schön wächst. Meine Pilzkulturen stehen im Regal in der Küche, und ich behandel sie mit viel Liebe, und das tut ihnen glaube ich gut 😉

Verschiedene Kulturen in einem Regal, und sie alle leben in Harmonie miteinander, wunderbar, gell?

 

Pilzkulturen.

 

Zurzeit steht dort ein Wasserkefir, ein Ginger-Root, ein Kombucha und ein Milchkefir, der es bei mir aber mit Kokosmilch aushalten muss, da ich auf Kuhmilch in dieser Form verzichte. Bis jetzt tut es ihm noch gut, aber zwischendurch braucht er tierische Milch, damit er überlebt.
Dann nehm ich vielleicht mal Ziegenmilch, das überlebe ich dann auch 😉

 

Der Kombucha mag es nicht, wenn man ihn bewegt, und ich kann mich nur schwer bremsen, nicht zwischendurch mal dran zu riechen oder reinzuschauen.

 

Der Wasserkefir

 

Beim Wasserkefir ist das nicht so schlimm, er verträgt das gut. Und zwischendurch probiere ich da auch manchmal, ob die Gärung schon reicht.
Der Wasserkefir ist ein tolles erfrischendes Getränk, was auch gut einen alkoholischen Drink ersetzen kann. Als alkoholfreier Cocktail macht er mit verschiedenen Früchten gemischt eine gute Figur!
Auch Smoothies oder grüne Säfte bekommen eine eigene Geschmacksnote, wenn du sie mit Wasserkefir zubereitest.

 

Heute will ich dir einmal zeigen, wie das Ansetzen des Wasserkefirs funktioniert und habe dir dazu ein Video erstellt. Das mit den Videos macht mir richtig Spaß 😉

 

 

Das Ansetzen ist nicht viel Arbeit, es dauert gerade mal 10 Minuten, und dann musst du halt noch 2-3 Tage auf dein Getränk warten. Du kannst aber jeden Tag sehen, wie er wächst.
Der Wasserkefir, oder auch Japan-Kristalle genannt, vermehrt sich unter guten Bedingungen enorm, manchmal bis zum Dreifachen. Das heißt natürlich auch, dass du beim nächsten Mal entweder mehr Wasserkefir ansetzen kannst, oder du hebst dir im Kühlschrank eine Ersatzkultur auf. Was ich empfehle, denn ich habe meinen Ansatz aus Versehen schon einmal komplett in die Spüle gekippt, und es kann auch passieren, dass dir ein Ansatz einmal schlecht wird, weil du nicht sauber gearbeitet hast, oder sonst irgendwie Verunreinigungen hinein gelangt sind.

 

Die Kristalle lassen sich auch mit in den im Smoothie mixen. Denn auch sie strotzen vor gesunder Kraft.

 

Ein schönes Geschenk ist der Wasserkefir übrigens auch. Erst neulich waren wir zum Essen bei Bekannten eingeladen, und für die Gastgeber habe ich ein Paket zusammengestellt: Eine Flasche fertiger Kefir, ein Glas mit Kristallen, ein großes Einmachglas für den Ansatz, ein Tüte Feigen 2 Zitronen und ein Paket Zucker. Das kam total gut an, und wenn du den Kefir sorgfältig behandelst, dann kann er dich ein ganzes Leben begleiten. Darum wird er am Wochenende auch zu einem Hochzeitsgeschenk in der Nachbarschaft.

 

Wasserkefir, die Zutaten und die Zubereitung

 

Im Video habe ich ja schon grob erklärt, was du für den Ansatz brauchst. Ich liste dir hier noch einmal die Zutaten genau auf:

 

Kefir-Kristalle

Kefir-Kristalle

Du brauchst für ein Liter Wasserkefir-Getränk:

• 2-3 Esslöffel Wasserkefir-Kristalle
• 4-5 Esslöffel Vollrohr-Zucker oder Rohrohr-Zucker oder andere Zuckerarten
• 2 Feigen oder 30g andere Trockenfrüchte
• 2 Scheiben Zitronen oder Limetten

 

Achte bei den Trockenfrüchten unbedingt darauf, dass sie nicht geschwefelt sind. Das würde deiner Kultur schaden oder sie zerstören.
Die Trockenfrüchte dienen den Kristallen als Stickstofflieferanten, denn dieser wird bei der Gärung benötigt.

 

Zucker ist die wichtigste Zutat für den Kefir. Durch ihn ernährt sich der Pilz. Aber nicht der Menge wegen erschrecken. Der Zucker wird im Laufe des Fermentations-Prozesses umgewandelt. Die Bakterien verstoffwechseln diesen nahezu ganz. Je länger der Ansatz steht, desto weniger Zucker enthält er. Aber der Alkoholgehalt steigt dadurch bis zu 2%. Das ist ungefähr so viel, wie in Apfelsaft.

 

Bei den Zuckerarten kannst du gerne variieren, auch Kokosblütenzucker oder Ahornsirup funktioniert. Honig klappt nur bedingt, da er mit seinen antibiotischen Eigenschaften die Pilzkulturen auf Dauer zerstören würde.
Wenn du weißen Zucker verwendest, dann solltest du deiner Pilzkultur immer mal wieder ein wenig Melasse gönnen, denn diese braucht sie für ihr gesundes Wachstum.

 

Verwende in Verbindung mit dem Kefir keine metallischen Gegenstände (Löffel oder Sieb). Das würde den Pilz mitunter zerstören. Benutze immer ein Plastiksieb und einen Plastiklöffel.
Auch zu heißes oder eiskaltes Wasser mag der Pilz nicht gerne.

 

Wenn du einen Teil der Kultur aufbewahren möchtest oder du einmal eine Kefir-Pause machst, z.B. in Urlaub fährst, dann gib die abgespülte Pilz-Kultur in ein Schraubglas mit einem Teelöffel Zucker und etwas Wasser, und bewahre sie verschlossen im Kühlschrank auf. Dies überlebt der Wasserkefir mehrere Wochen. Vielleicht braucht er dann aber einige Ansätze, um wieder richtig in Schwung zu kommen.

 

Den Wasserkefir kannst du täglich trinken, im Prinzip so viel du magst. Er ist ein erstklassiges probiotisches Getränk, welches deine Darmbakterien bestens füttert. In ihm sind mehrere Stämme verschiedener Bakterien-Arten enthalten, die alle gut für unseren Darm sind. Er liefert auch noch viele Vitamine, unter anderem B-Vitamine und Vitamin C. Außerdem kommt er mit einigen Enzymen daher, die in der Lage sind Stoffwechselprozesse zu beschleunigen und zu unterstützen. Alles in Allem sorgt er für die Darmgesundheit.

 

Wo bekommst du den Wasserkefir?

 

Vielleicht hast du ja Glück, und du besitzt bestenfalls schon einen Wasserkefir, oder jemand in deiner Umgebung hat einen, und gibt dir sicher gerne Kristalle ab.
Wenn du in meiner Nähe wohnst, dann kannst du auch gerne einmal an einem Workshop über die fermentierten Getränke teilnehmen, dort bekommt jeder Teilnehmer seinen Wasserkefir mit nach Hause. Termine findest du demnächst auf meiner Homepage:

http://www.heilpraktikerin-silkeheitz.de/

Ansonsten kannst du ihn dir hier in bester Bio-Qualität bestellen:

http://www.wellness-drinks.de/

 

Ich hoffe, ich konnte dir mit meinem Geschwärme für den Wasserkefir Lust machen, die Fermentation auch einmal auszuprobieren. Und vielleicht kommst du dann auch nicht mehr davon weg, und auf einmal wohnen auch unter deinem Dach die verschiedenen Kulturen friedlich miteinander 😉

 

Viel Spaß beim Ausprobieren!
Sorge für deinen Darm und bleib liebergesund

Unterschrift gr

 

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2 Kommentare

  • Reply
    Nicole
    7. Juni 2016 at 13:44

    Liebe Silke,
    das hört sich spannend an und lecker sieht es auch aus. Ich glaube mit Milch oder Milchersatzprodukten wäre es nicht so meine Sache, aber mit Zitrone kann ich mir den Kefir gut vorstellen. Mal schauen, ob ich die Kristalle im Reformhaus bekomme.

    Liebe Grüße
    Nicole

    • Reply
      Silke Heitz
      7. Juni 2016 at 14:16

      Hallo Nicole,

      Mit Kokosmilch schmeckt der Milchkefir ganz gut, aber er ist auch nicht so ganz mein Fall, ehrlich gesagt. Ich mixe ihn dann mit frischem Obst, das wiederum schmeckt sehr gut.
      Der Milchkefir ist aber auch eine ganz andere Kultur, wie der Wasserkefir.
      Vielleicht können sie im Reformhaus den Pilz besorgen, dann sag mal Bescheid, ob das geklappt hat.

      Lieber Gruß
      Silke

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