Lecker würzen ohne Maggi und Co

Ich bin Saarländerin! Und auch ich habe als Kind Maggi-Brot gegessen. Und nicht nur das, es gab auch Maggi-Ei, Maggi-Salat, Maggi-Suppe, Maggi-Nudeln, Maggi-Reis, Maggi-Soße, Maggi-Braten, Maggi-Gemüse, …..

Hört sich schlimm an, oder? Als hätte ich in Maggi gebadet.

maggi

Tatsächlich ist es aber so, dass in vielen Haushalten Maggi (ersetze Maggi ruhig durch Fondor, Knorr Speisewürze, Brühpulver, Fleischbrühe, Soße zum Braten, Salatkrönung, Sauce Hollandaise, Instant-Brühe, Chips,….) tagtäglich zum Einsatz kommt.

Na, erkennst du einige Zutaten wieder?
Ist ja auch schwer, darauf zu verzichten. Überall ist es drin, unser Geschmack hat sich daran gewöhnt. Zudem ist es bequem, geht schnell und gibt auf jeden Fall einen „guten Geschmack“.
Gut, aber nur, weil du nichts anderes mehr kennst. In Wahrheit ist es ein Einheitsgeschmack, alles schmeckt irgendwie gleich,…Umami halt. (Eine Geschmacksrichtung, die würzig, pikant darstellt, und durch Glutaminsäure ausgelöst wird)

Mehr Genuss ohne Geschmacksverstärker

Ich verwende seit Ewigkeiten (wann genau, kann ich gar nicht sagen) keine Fertigprodukte, pulverisierten Produkte, Würzen, etc….. Maggi allerdings habe ich erst vor einigen Jahren GANZ aus dem Küchenschrank verbannt. Es würde mir auch heute noch schmecken, aber ich WILL es vermeiden, weil ich weiß, dass es mir nicht gut tut.
Ich würde so viel mehr essen, weil das Gehirn nach Umami schreit, und immer mehr davon haben will. Kennst du von der Tüte Chips, ne? Ein Griff, und schwuppdiwupp is se leer 😉
Mein Geschmack würde wieder total abstumpfen, und ich würde die vielen anderen herrlichen Geschmäcker nicht mehr so wahrnehmen. Dabei bedeutet doch gerade das Genuss!
Und das allerwichtigste überhaupt: Ich würde meinen Darm damit strapazieren, der die Basis unserer Gesundheit darstellt. Und was Glutamat und die versteckten Geschmacksverstärker noch so anrichten, und worin sie enthalten sind, kannst du hier nachlesen.

Wenn heute EIN Tropfen Maggi an meinem Essen ist, dann explodieren meine Geschmacksnerven. Früher gab es Gerichte, da kamen dann mal locker 10 Spritzer dran.

Geschmacksnerven brauchen Reize

Die Geschmacksnerven mögen den Umami-Geschmack scheinbar besonders gerne. Denn der ist eine unserer 5 Geschmacksrichtungen, und auf unserer Zunge gibt es eine Zone, die besonders viele Geschmackspapillen für den Umami-Geschmack beherbergt.

geschmackspapillen

Umami-Geschmack ist scheinbar schon in der Muttermilch. Klar, dass wir darauf besonders abfahren.
Was unser Gehirn aber auch liebt, ist ein Komplex aus allen Geschmacksrichtungen. Wie auch im Ayurveda oder in der Fünf Elemente Küche empfohlen wird, sollten wir versuchen, in jeder Mahlzeit, ALLE Geschmacksrichtungen einzubringen. Dann fühlen wir uns wohl, und unser Geschmackszentrum im Gehirn freut sich.

Nun,…. zu den Geschmäckern süß, salzig, sauer und bitter fällt uns meist direkt was ein. Der süße Spritzer Honig am Salat, gesalzen wird meist eh alles, etwas Zitronensaft am Fisch und in Soßen, Bitterstoffe in Form von Kräutern oder anderen Pflanzen.

Aber wie schaffen wir es nun, den Umami-Geschmack nicht durch Maggi oder andere künstlich hergestellten Würzmittel an unser Essen zu bringen?

Mehr Genuss durch Verzicht

Es erfordert sicher anfangs etwas Disziplin, aber wenn du erst einmal daran gewöhnt bist, geht’s dir sicher so wie mir, dass du natürlich gewürzte Speisen lieber hast, dass sie dir besser schmecken und auch besser verträglich sind.

Es bedeutet aber auch, dass da eine Entwöhnung stattfindet, und du anfangs eventuell das Gefühl hast, es fehlt dir etwas. Vielleicht musst du dich auch erst wieder an die neuen/alten Geschmäcker gewöhnen und empfindest das Essen als fade oder geschmackslos. Aber ich versichere dir, du wirst es später lieben, den natürlichen Geschmack von Gewürzen, Kräutern und allen anderen leckeren Köstlichkeiten wieder zu genießen. Von den gesundheitlichen Vorteilen mal ganz abgesehen.

So geht’s ohne

Du musst wissen: Glutamat, bzw. Glutaminsäure kommt natürlicher Weise in einigen Nahrungsmitteln vor. Und dieses natürliche Umami-Gefühl nutzen wir, um uns umzugewöhnen. Denn im natürlichen Verbund kann unser Körper, unser Gehirn damit viel besser umgehen.

Diese Lebensmittel enthalten natürliche Glutaminsäure:

• Tomaten, Paprika, Chili, Pilze, Knoblauch, Zwiebeln, Nüsse
• Auch Tomatenmark, getrocknete Tomaten, Pilzpulver und gemahlene Nüsse
• Tierische Lebensmittel, wie Fleisch, Fisch, auch Krustentiere und daraus hergestellte Pasten oder Würzsoßen (Sardellenpaste, Fischsoße, auch selbst gekochter Fond)
• Käsesorten, besonders die reifen Sorten, wie Parmesan, Pecorino, alter Gouda,… aber auch andere Käsesorten, wie Fetakäse, Roquefort oder Ziegenkäse
• Fermentierte Gemüse, wie Sauerkraut und Pickels
• Hefeflocken, sie liefern außerdem wichtige B-Vitamine
• Natürlich fermentierte Würzmittel, wie Tamari (Sojasoße) oder Ume Su (Würzessig)
• Und der Umami-Geschmack ensteht auch beim Rösten und anbraten (der Maillard-Reaktion)

 

Und diese natürlichen Geschmacksverstärker können wir doch sehr gut an unser Essen geben. Ein paar Beispiele, wie du das anstellst findest du auch hier auf dem Blog, in Form von Rezepten, z.B. Italienische Grünkohl-Suppe oder auch meine selbstgemachte Gemüsebrühe. Ansonsten stöber hier mal rum, du wirst sicher einiges entdecken mit Umami-Geschmack.

 

Ein paar Ideen als Anregung:

• Streu feinen Parmesan, oder wenn du Kuhmilch meidest Pecorino über dein Essen, am besten ganz zum Schluss.
• Nutze zerkleinerte Käsesorten wie Feta oder Roquefort in Salaten oder als Würz-Zutat an anderen Gerichten.
• Gib einen Löffel Butter zum Schluss an Gemüsegerichte oder Soßen
• Verwende verschiedene feine Chilisorten und getrocknete Chiliflocken. Auch wenn du es nicht gerne scharf magst, findest du sicher eine der milderen Sorten, die du benutzen kannst, ohne dass dir die Zunge wegbrennt 😉
• Nutze die Maillard-Reaktion (auch wenn ich sonst eher davon abrate, wegen der Belastung für deinen Darm) Aber es dient der Umgewöhnung in ein geschmacksverstärkerfreies Leben, welches auf jeden Fall anstrebenswert ist.
• Benutze getrocknete Pilze oder diese dann als Pulver fein gemahlen zum Würzen.
• Bei Tomatenmark oder auch Paprikamark wird der Umami-Geschmack durch anbraten noch verstärkt.
• Die meisten Gewürze entfalten ihr Aroma sehr gut, wenn du sie ein wenig anröstest.
• Iss zu deinen Brotmahlzeiten fermentiertes Gemüse oder Tomatenstücke, Paprikastücke…
• Verzichte auf fertig gewürzte Chips-Sorten, steig um auf gesalzene Chips oder würze sie stattdessen selbst.

 

Noch ein paar Rezept-Ideen für dich:

Chips selbst würzen:

Besorg dir gesalzene Chips. Lies mal bei den Zutaten. Gesalzene Chips enthalten in der Regel nur Fett und Salz. Wenn du noch dazu auf ein gutes Fett achtest, dann wirst du sicher in einigen Bioläden fündig. Ich habe dort erst neulich Chips entdeckt, die in Kokosöl gebacken wurden. Kokosöl ist sehr hitzestabil und bildet auch bei hohen Temperaturen so schnell keine Transfettsäuren.

Diese Chips würzt du dann mit etwas Cayennpfeffer und Paprikapulver, und eventuell noch ein wenig Salz. Dann hast du leckere Paprikachips, ganz ohne Glutamat.

Oder wenn du eine orientalische Geschmacksnote möchtest, dann verwende entweder eine gute Gewürzmischung, oder nimm etwas Kurkuma, Paprikapulver, Kreuzkümmel, Chili, gemahlenen Koriander, ein wenig Kokosblütenzucker und ein paar fein gemahlene Kokosraspel. Vermische diese Gewürze mit ein wenig Kokosöl und reibe sie in deine Chips.

Egal welche Sorte du bevorzugst, lass die gewürzten Chips ein Weilchen (halbe Stunde) stehen, damit sich der Geschmack besser entfalten kann.

Richtige Genießer-Chips erhältst du, wenn du die Kartoffelchips selbst zubereitest. Dann kannst du sie so dünn machen, wie du magst, und das Fett benutzen, welches du magst.

Außerdem sollten wir Chips ja auch als was Besonderes sehen, was nicht ins tägliche Ernährungsprogramm gehört.

 

Salatdressing ohne Maggi oder Salatkrönung:

Verwende auf jeden Fall gute Zutaten. Ein toller Essig, ein gut schmeckendes Olivenöl oder andere leckere Ölsorten sind die halbe Miete beim Salat. Ein Löffel guter Senf tut auch einiges zum Geschmack.
Und dann empfehle ich auch immer 2 Kräuter, die dem Maggi-Geschmack sehr nahe kommen: Einmal ist es der Liebstöckel, der ja auch den Namen Maggi-Kraut trägt, und zum Anderen ist es der Schabziger Klee. Diesen kannst du in getrockneter Form in Bioläden oder gut sortierten Supermärkten kaufen.
Und wie schon erwähnt, nutze die Würze von Parmesan oder Fetakäse, oder streue einfach ein paar gemahlene Nüsse oder Hefeflocken über deinen Salat.

Ein Rezept-Beispiel:

• 1 TL Senf
• 3 EL Apfelessig
• Mit Salz, Pfeffer würzen
• 1 Spritzer Ahornsirup dazu geben und
• ½ TL Schabziger Klee und Liebstöckel einrühren
• Eine halbe gepresste Knoblauchzehe dazu geben und
• 3 EL Olivenöl einrühren

Das Dressing passt sehr gut zu Blattsalaten jeder Art, zu Rukola, Tomaten oder Gurkensalat. Es ist eigentlich sehr vielseitig und variabel.

 

So, nun hast du einige Tipps für ein geschmacksverstärkerfreies Leben von mir bekommen.
Was fällt dir sonst noch ein?
Schreib’s ruhig in die Kommentare, davon kann dann jeder profitieren.

 

Noch eine Sache zum Schluss: Lass dir Zeit, aber bleibe dran! Für deine Gesundheit, dein Körpergefühl, unter Umständen auch für dein Körpergewicht wird sich dieser Weg lohnen.
Je weniger Geschmacksverstärker du verzehrst, desto besser! Mit der Zeit kommt der natürliche Geschmack wieder zurück und du kannst den unnatürlichen Glutamat-Geschmack von einst überhaupt nicht mehr leiden.

 

In diesem Sinne,
iss liebergesund

Deine

Unterschrift Silke Hell RGB

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