Mein Weg aus der Allergie

Meine Allergiker Laufbahn begann wohl schon in meiner Kindheit. Was aber damals niemand wusste. Meine Eltern rannten nicht wegen jedem kleinen Schnupfen oder sonstigem Wehwehchen mit uns Kindern zum Arzt. Also hatte ich wohl jedes Jahr im Frühling einen heftigen, lang anhaltenden Schnupfen. Ich kann mich auch daran erinnern, dass mir die Zunge gebrannt und der Gaumen gejuckt hat, wenn ich Haselnüsse oder manche Äpfel gegessen habe. Aber das habe ich, glaube ich, meinen Eltern nie erzählt. Es war halt einfach so. Nach der Geburt meines ersten Kindes wurde aus meinem Heuschnupfen dann ein allergisches Asthma. Da war ich 23 Jahre alt und wusste immer noch nicht, dass meine Beschwerden allergischer Natur waren. Erst ein Jahr später, als ich zur selben Zeit wieder mit starken Bronchialbeschwerden zu meinem Hausarzt ging, meinte er, das sei allergisch. Ich bin wohl gegen Frühblüher allergisch. Er verschrieb mir ein Asthmaspray und Antihistamine und fertig. Ich muss dazu sagen, das war 1994, da wussten es viele noch nicht besser.
Mein Asthma wurde von Jahr zu Jahr schlimmer. Eine neue Ärztin stellte mich dann irgendwann auf 2 Langzeitmedikamente ein. Einmal mit Kortison und einmal zum Erweitern der Bronchien. Sie meinte, das müsste ich jetzt das ganze Jahr über einnehmen. Meine Allergiezeit endete aber immer mit dem Ende der Birkenblüte. Da sah ich dann auch nicht ein, die Medikamente weiter zu nehmen. Außerdem gab sie mir ein Spirometer. Das ist ein Testgerät zur Messung des Atemvolumens, damit man früh merkt, wann das Asthma schlimmer wird. Das Gerät hat eine Skala und ich blies hinein und kam bis 360 auf der Skala. Da meinte sie, das wäre aber wenig und ich sollte mindestens bis 400 kommen.
Bis 400 komme ich heute noch nicht, und ich bin gesund. Aber die Aussage hat mich dann auch noch total verrückt gemacht und ich hab ständig gemessen….
Es wurde immer schlimmer. Ich konnte kein Obst mehr essen, also kein Steinobst, kein Kernobst, Erdbeeren gingen nicht und Nüsse auch nicht. Mit vielen rohen Gemüsesorten hatte ich auch meine Probleme. Irgendwann haben wir die Katze abgegeben, weil ich auch durch sie ständig unter Atemnot litt (sie hatte aber noch ein schönes Leben bei meinen Schwiegereltern). Dann kam es nach der Geburt meiner zweiten Tochter noch schlimmer. Das war 1996 und steigerte sich in den folgenden 2 Jahren noch. In diesen 2 Jahren kamen Kreislaufbeschwerden dazu und Panikattacken. Mein Blutdruck sackte ständig so ab, dass ich mich schon fast nicht mehr traute, allein irgendwo hin zu gehen. Ich habe schon mit einem vollen Einkaufswagen an der Kasse gestanden und musste sofort raus, weil mein Kreislauf durch das lange Stehen immer weiter absackte.
Die Panikattacken kamen einfach so aus heiterem Himmel. Das ging mit Herzrasen, unerklärlicher (Todes)Angst und starker Unruhe einher.
Das alles zog sich jetzt über das ganze Jahr hinweg. Der Heuschnupfen beschränkte sich zwar immer noch „nur“ auf die Zeit der Frühblüher, aber auch das wurde immer schlimmer. Die Medikamente halfen nur noch bedingt. Manchmal musste ich auch Kortison einnehmen. In meiner schlimmsten Zeit (das war keine Lebensqualität mehr mit den schlimmen Panikattacken) landete ich bei einem Allergologen. Er hat mir im ersten Gespräch direkt abgeraten, zu einem Heilpraktiker zu gehen. Das würde alles eh nicht helfen und kostete nur viel Geld. Diese Aussage machte mir den guten Mann natürlich nicht gerade sympathisch, da ich schon seit frühster Jugend eher Naturheilkundlich eingestellt bin. Aber nun war ich schon mal bei ihm gelandet und versprach mir Hilfe, aber am besten sofort, denn es ging mir wirklich ganz schlecht. Ich hatte zu Hause 2 kleine Kinder und musste ständig mit diesen Panikattacken kämpfen und hatte zeitweise Angst, mit den Kindern alleine etwas zu unternehmen.
Aber auch dieser Arzt half mir nicht. Im Gegenteil: ich wurde 2mal in der Woche in eine kleine Kabine gesetzt und wurde mit allen möglichen Allergenen bedampft, um herauszufinden, auf was ich so reagierte. Ich blieb dann immer eine halbe Stunde in der Praxis unter Aufsicht, falls es zu einem allergischen Schock käme. Ganz toll!! Auch noch allergischer Schock (vorher nie gehört). Nach jeder Sitzung ging ich aus der Praxis und hatte Panikattacken, schlimmer und schlimmer. Dann war für mich Schluss!! Bei der letzten Sitzung hab ich ihm gesagt, dass ich nicht mehr zu ihm käme. So würde es nicht gehen, ich brauchte dringend Hilfe und niemand, der mir sagen möchte, worauf ich reagiere. Denn therapieren könnte man es ja laut seiner Aussage sowieso nicht.
Irgendwie bin ich in der Zeit auf verschiedene Bücher und Artikel gestoßen, in denen es um Allergien mit Ernährung im Zusammenhang ging. (Internet war damals noch nicht;)
Das Buch, was mir die Augen geöffnet hat und meine Rettung war, ist von Dr. med. Sigrid Flade und heißt Allergien natürlich behandeln. In diesem Buch werden verschieden alternative Behandlungsmethoden vorgestellt und sie gibt Tipps, wie man sich schützen kann und wie man sich selbst helfen kann.
Das war schon mal ein guter Anfang. Ich habe mir sofort ihr zweites Buch gekauft: Nahrungsmittel- Allergien natürlich behandeln. Hier geht es um Wege zur Heilung, Beschwerden erkennen, allergenfreie Ernährung, Basisdiät, Rotationsdiät, Darmsanierung und Ausleitungsmethoden.

Im Buch ist eine Anleitung für eine Basisdiät, die zur Beschwerdefreiheit führt. Es enthält Lebensmittellisten, die in verschiedene Kategorien aufgeteilt sind:

• Gruppe 1 sind Nahrungsmittel, die selten allergische Reaktionen hervorrufen
• Gruppe 2 sind Nahrungsmittel, die mäßig häufig allergische Reaktionen hervorrufen
• Gruppe 3 sind Nahrungsmittel, die häufig allergische Reaktionen hervorrufen

Aber beginnen sollte man mit einer Fastenkur oder einer Basisdiät. Ich entschied mich für die Basisdiät. Sie bestand aus diesen Lebensmitteln: (und sonst wirklich gar nichts!!!)

• Buchweizen
• Auberginen, Gurken, Zucchini, Kartoffeln
• Lammfleisch
• Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne
• Distelöl, Sonnenblumenöl

Fünf Tage ernährt man sich ausschließlich mit diesen Lebensmitteln und Wasser als Getränk. Ich war nach 3 Tagen!!!! komplett Beschwerdefrei. Und ich habe die Basisdiät in meiner schlimmsten Pollenflugzeit begonnen.
Wuhuuu 🙂 🙂 🙂
Das erste Mal seit Jahren ging es mir so so wahnsinnig gut! Mein Asthma war weg, mein Heuschnupfen verschwunden, keine Panikattacken mehr, keine Kreislaufbeschwerden und dazu fühlte ich mich so ernergiegeladen, wie noch nie!
Das war dann der Anfang meiner Heilung!

Da dieser Post schon soooo lange ist, werde ich euch in einem nächsten Post berichten, wie es weiter ging.

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3 Kommentare

  • Reply
    Sabine Jainski
    10. Februar 2016 at 9:56

    Liebe Silke,

    ich bin erst jetzt auf Deine Seite gestoßen und finde Deinen Bericht sehr interessant. Ich habe auch gerade mit der Ausschlussdiät angefangen und bin gespannt, ob sie wirkt. Ich hoffe, Du setzt Deinen Bericht noch weiter fort!

    Ganz herzliche Grüße aus dem Allergikerland,

    Sabine

    • Reply
      Silke Heitz
      10. Februar 2016 at 10:06

      Guten Morgen Sabine,

      erstmal super, dass du den Weg mit der Aussschlussdiät gehst! Ich wünsche dir damit so viel Erfolg, wie ich ihn hatte und auch noch habe. Welche Allergien stehen bei dir denn im Vordergrund?
      In den nächsten Tagen werde ich wohl weiter darüber berichten, da das Thema ja gerade auch wieder aktuell wird. Die Haselpollen fliegen hier ja schon ganz mächtig.

      Liebe Grüße und eine allergiefreie Zeit

      Silke

      • Reply
        Sabine Jainski
        10. Februar 2016 at 12:06

        Ja, die Haseln und Erlen jucken mich auch mächtig in der Nase. Meine diversen Pollenallergien halten mich mit Asthma und Heuschnupfen bis Juli gut beschäftigt. Deshalb noch einmal vielen Dank für den Anstoß mit der Diät!

        Ganz herzliche Grüße,

        Sabine

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